Wenn (Nicht)Essen zum Problem wird - leibliche Körperbildarbeit

Ess-Störungen zählen zu den psychosomatischen Erkrankungen mit Suchtcharakter. Den Suchtcharakter macht hierbei das (Nicht-)Essen, die ständige gedankliche Beschäftigung mit Essen und dem eigenen Körperbild sowie die Gewichtszu- und abnahme aus. In den seltensten Fällen sind Essstörungen Ernährungsstörungen. Hinter den Krankheitsbildern der verschiedenen Essstörungen (Bulimie, Anorexie, Esssucht) stehen in den meisten Fällen ein emotionaler Mangelzustand und eine „Störung“ des Körpererlebens und damit des leiblichen Körperbildes.

 

„Ich sehe die leibliche Körperbildarbeit als eine kreative Methode Ess-Störungen zu verstehen und eine passende Ergänzung zur systemischen Therapie“, so Claudia Kapahnke-Blaase, Vorsitzende des Vereins EssLust e.V.. „In den letzten zwei Jahren habe ich eine spannende Weiterbildung zur leiblichen Körperbildarbeit für den Bereich Essstörungen absolviert. Ich bin begeistert und davon überzeugt, dass diese Art der Arbeit nicht nur, für Menschen mit einer Essstörung geeignet ist, sondern für alle, die sich in ihrem Körper unwohl fühlen.

 

Die leibliche Körperbildarbeit orientiert sich nicht an von außen gesetzten Maßstäben oder Schönheitsidealen, sondern würdigt das individuelle, eigensinnige Körpererleben jedes Menschen und fördert das In-sich-Wohnen, also das In-sich-Wohlfühlen. Leiblichkeitskonzepte beziehen sich auf den Zusammenhang von Körper und Bewusstsein. Die Grundlage des Sich-selbst-bewusst-Seins ist die Wahrnehmung des Leibes, der wir sind (unsere Ausstrahlung, Energie, das Lebendige) und des Körpers, den wir haben (den wir trainieren, modellieren, reparieren, behandeln).

 

 

 

Der Verein EssLust e.V. bietet eine Reihe von Selbsterfahrungsworkshops zu dem Thema an. Diese sind für alle Menschen geeignet, die sich weiter entwickeln wollen. Dafür muss man keine Essstörung haben.

 

 

12. – 13.10.2018: Das Drama der inneren Leere

 

Fast alle Menschen, die an Essstörungen erkrankt sind, haben existenzielle Leere-Erfahrungen durchlitten. Mit Grundbedürfnissen des Herzens ins Leere zu gehen, hat nachhaltige Folgen: Misstrauen, Rückzug, das Gefühl der Wirkungslosigkeit. Das Gefühl, nicht gehört zu werden, übersehen zu werden, wird oft durch Kämpfe gegen den Körper zu kompensiert. In diesem Workshop werden Wege vermittelt, wie man Leereerfahrungen und ihren Folgen nachspüren kann und wie Wege zu Gehört werden und Gesehen werden  beschritten werden können.
Kosten: 135,- €
zzgl. Materialkosten