Unser Verein

Heimlich naschen - auf dem Weg in die Essstörung

Wir sind ein gemeinnütziger, eingetragener Verein und engagieren uns für ein selbstbestimmtes Essverhalten. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht hat, auf die gesellschaftliche Bedeutung von Ess-Störungen aufmerksam zu machen, Behandlungskonzepte zu optimieren und Betroffene oder Angehörige professionell zu begleiten.

Knapp zwei Drittel aller weiblichen Jugendlichen haben Angaben der Ärztekammer Niedersachsen zufolge bis zum 18. Lebensjahr mindestens einmal in ihrem Leben eine Diät zur Gewichtsreduktion vollzogen.

Allein in Deutschland sind aktuell über 100.000 Menschen, vor allem Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an Anorexie erkrankt (DIET). Der Anteil magersüchtiger Männer liegt bei 5-10% - Tendenz steigend.

10-20% der Betroffenen begehen Suizid bzw. sterben an den Folgen der Ess-Störung.

Durch unsere Klienten erfahren wir immer wieder, wie eng und unmittelbar das eigene Essverhalten und die Lebensqualität im Zusammenhang steht. Es gilt heute als große Herausforderung, eine gute Balance zwischen Genuss, Lebensstil und gesundheitsorientierten Ernährungskonzepten herzustellen. Vielen Menschen gelingt das nicht, so dass sich essgestörte Verhaltensweisen in allen Altersgruppen entwickeln können.

Deshalb ist es für uns von großer Bedeutung, Betroffene und deren Angehörigen zu vertreten und uns z. B. auch gegen diskriminierende Werbung einzusetzen.

 

Die Ziele unserer Arbeit:

Prävention und Intervention
Der Verein hat es zum Ziel präventive Arbeit zur Thematik „Ess-Störungen“ an allen pädagogischen Institutionen (Schulen, Wohngruppen etc.) zu leisten. Weiterhin intervenieren wir durch unterschiedliche Methoden (MultiplikatorInnenausbildungen, Gruppen- und Einzelarbeit).

Information, Aufklärung & Fortbildung
Wir beziehen die Wissenschaft und Forschung in unsere Arbeit immer mit ein und optimieren dadurch die Behandlungsmethoden.

Öffentlichkeitsarbeit
Wir machen auf die gesellschaftliche Bedeutung von psychogenen Ess-Störungen aufmerksam und setzen uns mit den aktuellen Mediengeschehnissen zur Thematik auseinander.

Beratung
Wir beraten und begleiten Betroffene und Angehörige in unseren Praxen in Einzel- und Gruppengesprächen. 

 

Wer arbeitet bei EssLust?

Unsere Mitglieder arbeiten über viele Jahre im Bereich der Thematik und kommen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, was einen guten Austausch untereinander zur Folge hat.

Sie finden in unserem Verein u.a. Diplom-SozialpädagogInnen, DiplompädagogInnen, TherapeutInnen mit Zusatzqualifikationen (systemische Beratung und Therapie, Gruppenmoderation nach „Dick und Dünn e.V.“ und der BZgA), Diplom-OecotrophologInnen und TheaterpädagogInnen. Wir sind weiterhin offen für neue Mitglieder aus allen Arbeitsfeldern, die mit der Thematik arbeiten.

Unsere Professionalität wird durch die Vorstandsarbeit, Teamarbeit, Supervision, kollegiale Beratung und Weiterbildungen gewährleistet. Aktuell arbeiten wir an Maßnahmen zur Qualitätssicherung und –entwicklung. 

 

Wir sind Mitglied im Bundesfachverband für Essstörungen.

Einzelne Mitglieder sind Mitglied 

  • in der DAG - Deutsche Adipositas Gesellschaft
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DEG)
  • Verband der Oecotrophologen e.V. (VDOE)

 

An wen richtet sich unser Angebot?

So vielfältig die Problematiken rund um das Essen sein können, so unterschiedlich sind die Menschen, für die wir da sind. Da gibt es:

  • den übergewichtigen Mann, der immer wieder Mitglied in einer Gruppe zum Abnehmen ist, alles über die gesunde Ernährung weiß und trotzdem immer dicker wird,
  • den jugendlichen Schiedsrichter, der zuverlässig seine Arbeit auf dem Fußballplatz und in der Lehre erledigt, aber heimlich isst und erbricht,
  • die Schülerin, die glaubt, dass sie durch Modelmaße mehr Anerkennung in ihrer Klasse haben wird und in den Hungerstreik tritt,
  • die jugendlichen Migranten, die gemobbt werden, weil sie dicker als der Durchschnitt in der Sportgruppe sind und
  • die Eltern, die zwanghaft das Gewicht ihrer normalgewichtigen Tochter kontrollieren, damit sie nicht "aus den Fugen gerät".

 

Wie arbeiten wir?

Da wir großen Wert auf ein selbstbestimmtes Essverhalten legen, arbeiten wir ohne Diätmethoden.

Ess-Störungen sind in den seltensten Fällen Ernährungsstörungen und aus unserer Sicht auch keine „schlechten“ Angewohnheiten, die von alleine vorübergehen. Hinter den Krankheitsbildern der verschiedenen Ess-Störungen (Bulimie, Magersucht, Esssucht, Adipositas) stehen u. E. in den meisten Fällen ein emotionaler Mangelzustand, eine Form der Konfliktverarbeitung oder auch der Bewältigungsversuch eines psychischen Traumas. So beziehen wir die familiären, persönlichkeitsspezifischen und genetischen Einflüsse in unserer Arbeit genauso mit ein, wie die besonderen weiblichen und männlichen Sozialisationsbedingungen (wie z. B. Schlankheits- und Schönheitsideale und widersprüchliche Rollenanforderungen an Frauen und Männer).

Ess-Störungen zählen zu den psychosomatischen Erkrankungen mit Suchtcharakter. Den Suchtcharakter macht hierbei das Nicht-Essen, ständige gedankliche Beschäftigung mit Essen und dem Körperbild, Gewichtsab- und –zunahme aus.

Wir beraten Betroffene und Angehörige und bieten Einzelgespräche genauso an wie Gruppengespräche.